Die Limmat Stiftung begleitet die Heilpädagogische Schule Aluna seit ihren Anfängen. 1997 entstand eine erste Therapiestation für 30 behinderte Kinder. Die Nachfrage nach dem damals neuen pädagogisch-therapeutischen Angebot war von Anbeginn enorm, sodass schon 2002 eine neue, moderne Schule für 300 behinderte Kinder gebaut werden musste, ebenfalls kofinanziert von der Limmat Stiftung. Zudem bot das Centro Aluna auch Aus- und Weiterbildungsgänge für Therapeuten und Lehrkräfte der Heilpädagogik an. Daran nehmen Studenten aus ganz Südamerika teil, wodurch sich die Ausstrahlung dieses Projektes auch auf andere Länder ausdehnt. Die Hauptaufgabe von Aluna besteht aber darin, behinderte Kinder aus ärmsten Familien professionell zu betreuen und sie ganzheitlich zu fördern.
Das Krankheitsprofil jedes Patienten wird genau abgeklärt. Anschliessend erarbeiten Pädagogen ein individuelles Förderprogramm, das auch Eltern und Verwandte der Kinder einbezieht. So lernen die Eltern, im Alltag mit der Behinderung ihres Kindes besser umzugehen und sie zu akzeptieren. Aluna begleitet dann betroffene Familien über längere Zeit: Verhaltensanleitungen, Finanzierung von Hilfsgeräten oder der Beistand zum Beispiel beim Schuleintritt gehören genau so dazu wie Ratschläge für gesündere Ernährung und Hygiene.
Elternbeteiligung und Elternschulung ist auch im neuen Projekt einer der Schwerpunkte. Eine mobile Einsatztruppe von eigens auf diese Aufgabe vorbereiteten Sonderpädagogen und Sozialarbeitern geht zu den behinderten Kleinkindern nach Hause. In ihrer gewohnten Umgebung erhalten die kleinen Patienten zwei- bis dreimal pro Woche eine professionelle heilpädagogische Frühförderung. Wichtig ist auch hier, dass die Eltern und Verwandten einbezogen und entsprechend instruiert werden, sodass sie ihr Kind im Alltag bestmöglich betreuen und unterstützen können.
Ein angestrebter Nebeneffekt dieser Hausbesuche ist ein besserer Kontakt mit den Slumbewohnern. Dank ihrer regelmässigen Präsenz hören Aluna-Mitarbeiter von auffälligen Kindern im Quartier, oder sie beobachten sie selbst während ihrer Visiten. So können Kinder, die eine Behinderung zeigen oder Entwicklungsverzögerungen erkennen lassen, früher erkannt werden. Diese zeitige Diagnose bzw. professionelle Heilbehandlung kann für betroffene Babys und Kleinkinder von entscheidender Wichtigkeit sein und ihr Leben positiv beeinflussen.
Ein schon im ersten Jahr feststellbarer Erfolg des Projekts ist eine präventive Wirkung: Durch den Einfluss der heilpädagogischen Fachkräfte in den Slums erkennen potenzielle Eltern bzw. werdende Mütter, welche Folgen z. B. Alkohol- und Drogenmissbrauch auf einen Fötus hat, sodass sie Suchtmittel zurückhaltender konsumieren.
Um das Betreuungsnetz für behinderte Kinder enger zu flechten, wird das heilpädagogische Aluna-Team ergänzt durch angelernte Madres Comunitarias. Das sind Tagesmütter, die im Quartier leben und gegen Bezahlung bei sich zu Hause Kinder betreuen. Das vorliegende Programm sieht vor, 150 Madres Comunitarias zu schulen, damit sie eine mögliche Behinderung bei ihren Schützlingen erkennen, melden und adäquat betreuen.
Dieses innovative Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird in enger Zusammenarbeit mit Plan International Schweiz durchgeführt.
Jubiläumsschrift Aluna
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